Archiv für Januar 2013

PM #1: Keine staatlichen Gelder für christliche Krankenhäuser

Letzte Woche ging die schockierende Nachricht durch die Medien, dass zwei Kölner Krankenhäuser die Behandlung einer Betroffenen von Vergewaltigung verweigerten, weil sie in die Verlegenheit hätten kommen können, ihr die Pille danach verschreiben zu müssen. Mit menschenverachtender Brutalität wurde somit das reaktionäre Weltbild dieser katholischen Krankenhäuser deutlich.

Die Münstersche Zeitung berichtete danach darüber, dass auch drei Münsteraner Krankenhäuser Vergewaltigten keine ausreichende Behandlung sicher können oder wollen.

Die Perfidität, dass diese frauenfeindliche Praxis dabei von der Allgemeinheit bezahlt wird, bleibt dennoch meist unthematisiert. Denn wie der Spiegel berichtete, steuern die Kirchen meist nicht mehr als 5% der Kosten zu ihren Einrichtungen hinzu. Somit bezahlen Frauen durch ihre Steuergelder auch noch dafür, dass ihnen im Zweifel eine respektvolle Behandlung und notwendige Medikamente, wie die Pille danach verwehrt werden.

“Krankenhäuser, die eine angemessene Behandlung – samt Pille danach – nach Vergewaltigungen nicht gewährleisten können, sollten vom Staat keine Gelder mehr bekommen,” so Rita Tramm, Sprecherin des Bündnisses “Raise your voice – your body your choice”. Tramm weiter: “Es kann nicht sein, dass der Staat finanziell weiterhin eine antifeministische Politik unterstützt.”

Das Bündnis wird dieses Jahr im März eine Feministische Demonstration in Münster durchführen. Anlass wird der möglicherweise auch dieses Jahr stattfindende, sogenannte 1000 Kreuze Marsch sein.

Feministische Demonstration im März 2013

Raise your voice – your body your choice!

Wie bereits in den vergangenen Jahren, soll vermutlich auch in diesem Jahr im März der von „EuroProLife“ organisierte Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben“ in Münster stattfinden. Dabei versammeln sich Abtreibungsgegner*innen1 unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Ausrichtung, um mitsamt ihren Kreuzen ein sexistisches, homophobes und frauen*feindliches Weltbild auf die Straße zu tragen und Frauen ihr Recht auf Selbststimmung abzusprechen.

Plakat

Auf den ersten Blick mag der Gebetszug den Eindruck einer skurrilen und nicht ernstzunehmenden Veranstaltung erwecken. Die Kreuzträger*innen erscheinen manchen als verwirrte Fundamentalist*innen. Tatsächlich ist die Bewegung, die hinter Veranstaltungen wie „1000 Kreuze für das Leben“ steht, keine extreme und isolierte Randerscheinung, sondern Teil einer rückschrittlichen gesellschaftlichen Entwicklung. Diese findet sich in allen Lebensbereichen wieder und ist schon längst in breiten Kreisen der Gesellschaft verankert. Laufen in Münster nur knapp über Hundert Kreuzträger*innen durch die Stadt, so treffen sich in Berlin zu demselben Anlass mittlerweile jährlich weit über Tausend.

Nur die Spitze des Eisberges! (mehr…)