PM #1: Keine staatlichen Gelder für christliche Krankenhäuser

Letzte Woche ging die schockierende Nachricht durch die Medien, dass zwei Kölner Krankenhäuser die Behandlung einer Betroffenen von Vergewaltigung verweigerten, weil sie in die Verlegenheit hätten kommen können, ihr die Pille danach verschreiben zu müssen. Mit menschenverachtender Brutalität wurde somit das reaktionäre Weltbild dieser katholischen Krankenhäuser deutlich.

Die Münstersche Zeitung berichtete danach darüber, dass auch drei Münsteraner Krankenhäuser Vergewaltigten keine ausreichende Behandlung sicher können oder wollen.

Die Perfidität, dass diese frauenfeindliche Praxis dabei von der Allgemeinheit bezahlt wird, bleibt dennoch meist unthematisiert. Denn wie der Spiegel berichtete, steuern die Kirchen meist nicht mehr als 5% der Kosten zu ihren Einrichtungen hinzu. Somit bezahlen Frauen durch ihre Steuergelder auch noch dafür, dass ihnen im Zweifel eine respektvolle Behandlung und notwendige Medikamente, wie die Pille danach verwehrt werden.

“Krankenhäuser, die eine angemessene Behandlung – samt Pille danach – nach Vergewaltigungen nicht gewährleisten können, sollten vom Staat keine Gelder mehr bekommen,” so Rita Tramm, Sprecherin des Bündnisses “Raise your voice – your body your choice”. Tramm weiter: “Es kann nicht sein, dass der Staat finanziell weiterhin eine antifeministische Politik unterstützt.”

Das Bündnis wird dieses Jahr im März eine Feministische Demonstration in Münster durchführen. Anlass wird der möglicherweise auch dieses Jahr stattfindende, sogenannte 1000 Kreuze Marsch sein.