Archiv für März 2013

Redebeitrag: Mein Körper gehört mir, nicht Deutschland!

von Feminist*innen aus Oldenburg

Im Strafgesetzbuch wird der 16. Abschnitt unter „Straftaten gegen das Leben“ zusammengefasst. Nach Mord und Todschlag folgt der § 218 „Schwangerschaftsabbruch“.
Doch wie kommt es dazu, dass eine schwangere Person mit einer „Straftat gegen das Leben“ konfrontiert wird?

Tatsächlich gibt es den § 218 schon seit 1871. Damals wurde ein Schwangerschaftsabbruch mit Zuchthaus bestraft. 100 Jahre später bekannten sich über 300 Frauen im Stern mit dem Slogan „Ich habe abgetrieben“ um auf das – noch immer geltende – Verbot aufmerksam zu machen. Die Aktion bekam unglaublich viel Aufmerksamkeit und der Druck auf die Politik stieg. Dieser enorme Druck zeigte Wirkung.
Demo 09. März 2013
In der DDR bestand seit 1972 die sogenannte Fristenlösung, (mehr…)

Interview zum Thema „Lebensschützer*innen

Geführt auf der Demo letzten Samstag

Was verstehst du unter Lebensschützer*innen? Kannst du die Bezeichnung erklären?

Diesen selbsternannten „Lebensschützer*innen“ geht es um das völlige Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Sie nennen das dann den „Schutz des ungeborenen Lebens“. Mit Leben bezeichnen sie in diesem Fall ungeborene Föten. Was mit ausgetragenen, ungewollten Kindern später passiert, ist ihnen relativ egal.
Die organisierte Lebensschutz-Bewegung ist in Deutschland seit den späten 1960er Jahren aktiv und war von Anfang an eng verknüpft mit einer Kritik am Feminismus, an sexueller Selbstbestimmung (vor allem von Frauen) und mit einem konservativen bis zu tiefst reaktionären Weltbild.

Was ist deine Kritik an ihnen?
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Grußwort vom Bündnis »‘Marsch für das Leben‘ – What the Fuck!« in Berlin

Liebe Genoss_innen und Freund_innen,

wir vom Bündnis gegen den »Marsch für das Leben« in Berlin haben ein Problem. Ein Problem, das Ihr in Münster auch habt: christliche Fundamentalist_innen. Und diese meinen auch noch mit unverfrorener Dreistigkeit, sie könnten sich unwidersprochen den öffentlichen Raum nehmen, um ihre frauenfeindliche Kackscheiße zu verbreiten. Doch wer das Selbstbestimmungsrecht von Frauen über ihren Körper einschränken will, wird damit leben müssen, auf feministischen Gegenwind zu stoßen. Wer
anderen Menschen vorschreiben will, wie sie zu leben und wen sie zu lieben oder besser: wen sie nicht zu lieben haben, muss damit rechnen, wütenden Frauen, Queers, Transmenschen, Lesben und Schwulen gegenüberzustehen.
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Grußwort von Pro-Choice-Aktivist*innen aus Salzburg

Liebe Genossinnen und Genossen!

Wie in Münster veranstalten auch bei uns in Salzburg fundamentalistische Abtreibungsgegner und -gegnerinnen einen 1000-Kreuze-Marsch. Und wie ihr stellen sich Salzburger Pro-Choice-Aktivistinnen und -aktivisten den Fundis jedes Mal entschlossen entgegen. Auch wenn wir nicht mit euch bei der Demo in Münster sein können, fühlen wir uns durch die gemeinsame Sache mit euch verbunden und wollen wir euch zumindest durch dieses Grußwort unterstützen.
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Redebeitrag: Rebellion statt Religion

Rebellion statt Religion!
Von der Emanzipatorischen Antifa Münster

Kaum ein Thema hat über Jahrtausende so konstant Hass und Gewalt hervorgebracht wie Religionen. Menschen führen Kriege und ermorden sich im Namen von Religionen und behaupten gleichzeitig, dass es ohne diese keine Moral in der Gesellschaft gäbe.
Wir fragen uns: Was ist die Struktur von Religionen und welche Bedeutung haben sie? Wir werden den Einfluss des Christentums beleuchten und Thesen aufstellen, warum so viele Menschen – auch in der radikalen Linken – nicht radikal mit Kirche und Religion brechen.
Demo 09. März 2013

Religionen als Ordnungsstrukturen

Religion ist Privatsache – heißt es. Niemanden geht es etwas an ob irgendwer an Götter glaubt, betet oder sonst irgendwelchen okkulten Ritualen nachgeht. Doch so einfach ist das nicht. (mehr…)

Redebeitrag: Feminismus – der Kampf ums Ganze!

Feminismus – der Kampf ums Ganze!
Redebeitrag von autonomen Feministinnen aus NRW

Ich bin Feministin! Diesen Satz würden sowohl Emma Goldman als auch Alice Schwarzer unterschreiben. Ebenso Lady Bitch Ray, Judith Butler, Pussy Riot, Ursula von der Leyen, Sookee, Seyran Ates und Charlotte Roche. Schon diese kurze Aufzählung zeigt, dass zwischen Feminismus und Feminismus Welten liegen können. Deshalb finden wir es angebracht, ein paar Worte darüber zu sagen, was wir als linksradikale feministische Gruppe meinen, wenn wir Feminismus sagen.

Demo 09. März 2013

Feminismus ist für uns eine politische Haltung die weit mehr und anderes umfasst als die Forderung nach gesellschaftlicher Gleichberechtigung von Frauen. Linksradikaler Feminismus bedeutet für uns, (mehr…)

Pressemitteilung zur feministischen Demonstration am 09. März 2013 in Münster

Am Samstag, den 09.03.2013 demonstrierten ca. 500 Teilnehmer*innen für ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in einer herrschaftsfreien und solidarischen Gesellschaft.
Demo 09. März 2013

Dieses Jahr wurde durch ein Bündnis von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen aus Münster und Umgebung zum ersten Mal seit langem in NRW zu einer linksradikalen feministischen Demonstration aufgerufen.
Die Demonstration startete laut und entschlossen um 11:30 Uhr auf dem Bremer Platz und bewegte sich dann über die Windhorststr. in Richtung Innenstadt.
Der erste Block, ein geschlossener FrauenLesbenInterTrans*-Block, sorgte von Beginn an entschlossen für Stimmung. Parolen wie „I raise my voice, my body, my choice“ oder „Freie Entscheidung, Beratungsschein ins Klo – Selbstbestimmung sowieso“ wurden kraftvoll in die Innenstadt getragen.
Selbstverständlich wurden auch Passant*innen und Anwohner*innen über das Anliegen der Demonstration informiert und eingeladen sich der Demonstration anzuschließen.

Demo 09. März 2013

Insgesamt wurden während Kundgebungen vier Redebeiträge gehalten.
In dem ersten wurde sich für einen Feminismus ausgesprochen, welcher gegen jegliche Diskriminierungsverhältnisse eintritt.
Ein weiterer kritisierte den Paragraphen §218, durch welchen Schwangerschaftsabbrüche illegalisiert werden und welcher endlich abgeschafft gehört! Dieser Beitrag wurde in unmittelbarer Nähe zu der katholischen Raphaelsklinik gehalten.
In dem dritten Redebeitrag, welcher während der Zwischenkundgebung auf dem Prinzipalmarkt gehalten wurde, wurde grundsätzliche Kritik an Religionen formuliert. Eine zentrale Forderung: Ein gutes Leben jetzt und hier und nicht erst nach dem Tod.
Der letzte Redebeitrag an der Aegidiikirche analysierte die Organisationen von selbsternannten Lebensschützer*innen. Hierbei handelt es sich um eben jene reaktionär-fundamentalistischen Christ*innen, welche am gleichen Nachmittag ihren 1000 Kreuze Marsch durch Münster abhielten.
Auch wurden solidarische Grußworte von Genoss*innen aus Berlin und Salzburg verlesen, für welche wir uns hier nochmal ausdrücklich bedanken wollem.
Der Schlossplatz, das ursprüngliche Ziel der Demonstrant*innen, wurde dann doch nicht erreicht. In unmittelbarer Nähe zu dem Startpunkt des 1000 Kreuze-Gebetszuges am Aegidiimarkt wurde die Demonstration von den Veranstalter*innen aufgelöst. Denn: „Man soll immer aufhören, wenn es am Schönsten ist.“

Demo 09. März 2013

„Insgesamt sind wir sehr zufrieden. Vor allem die Teilnehmer*innenzahlen angesichts der Aufmärsche von Nazis und Rechtspopulist*innen im Ruhrgebiet und der Anti-Atomdemo in Gronau am selben Tag haben uns sehr gefreut“, so Rita Tramm, die Pressesprecherin des Bündnisses. „Wir hoffen, dass dieses Event nicht das einzige zu den Themen war, sondern weitere Aktionen stattfinden und sich Menschen mit unseren Inhalten auseinandersetzen.“

Demo 09. März 2013

Mehr Fotos findet ihr, wenn ihr auf „mehr“ klickt. (mehr…)

Ein paar Hinweise für Samstag

Schön, dass ihr kommen wollt!
Hier ein paar Hinweise zur Demo:

Inter*Trans*Lesben*Frauen*-Block
Wir freuen uns über alle Menschen, die hier bei der Demo mitlaufen, egal welches Geschlecht!
Wir möch­ten jedoch keine De­mons­tra­ti­on in der Män­ner für Frau­en spre­chen und de­mons­trie­ren, son­dern eine, in der Män­ner so­li­da­risch mit Frau­en auf die Stra­ße gehen.
In­ter*- und Trans*-Leu­te existieren weder im Welt­bild christ­li­cher Fun­da­men­ta­list*innen noch in der Wahr­neh­mung von der Mehr­heit der Ge­sell­schaft. Sie werden mar­gi­na­li­siert, zwangs­the­ra­piert und teil­wei­se sogar zwangs­ope­riert um das “har­mo­ni­sche” Bild der Zwei­ge­schlecht­lich­keit nicht zu ge­fähr­den. Aus diesen Gründen haben wir uns ent­schlos­sen den vor­de­ren Teil der De­mons­tra­ti­on (vor dem Lautsprecher*innenwagen (Lautiwagen)) als rei­nen Frau­en­*Les­ben*In­ter­*Trans*-Block zu ge­stal­ten.

* Das heißt, dass in den ersten Reihen nur Leute laufen, die sich so definieren – cis-Männer (also Männer, die nicht inter oder trans* sind) haben die Möglichkeit weiter hinten zu laufen. Bitte respektiert das.
* Bedenkt, dass ihr Menschen ihr Geschlecht nicht unbedingt ansehen könnt. Geht sensibel damit um! Macht Leute nur dann darauf aufmerksam, wenn ihr wisst, dass sie nicht in diesen Block gehören.

Passt aufeinander auf!

* Geht respektvoll miteinander um! (mehr…)

Interviews bei Radio Flora und Indymedia und Schwerpunkt in der Alhambra Zeitung

Radio Flora aus Hannover war so freundlich letzten Donnerstag ein Interview mit uns zu machen und auszustrahlen.

Nach der Sendung haben sie es auch online gestellt, deswegen dürft ihr euch es auch gerne anhören, wenn ihr möchtet.

Zudem gibt es ein schriftliches Interview auf Indymedia, falls ihr lieber lest als hört. Eine kleine Korrektur zu diesem Interview: Die Fundamentalist*innen mobilisieren bereits zu 14:30 Uhr zur Aegidiikirche.

In der aktuellen Ausgabe der Alhambra Zeitung findet sich ein Schwerpunkt zum Thema Feministische Demonstration in Münster und Schwangerschaftsabbrüche. Es gibt sie leider noch nicht online, aber bestimmt in den kommenden Tagen zu finden. Ansonsten lest es euch in Papierform durch, ist ja auch manchmal ganz schön.

Am Samstag ist es soweit. Wir sehen uns um 11:00 Uhr hinterm Hauptbahnhof.