Bericht zu den Protesten am 19.03.2016

Für uns ein erfolgreicher Tag! Wir bedanken uns bei allen, die am 19.03. mit uns auf die Straße gegangen sind um unser Recht auf Selbstbestimmung über das eigene Leben und den eigenen Körper zu verteidigen. Etwa 250 Menschen waren am Samstag unterwegs und haben den knapp 100 fundamentalistischen Christ*innen von EuroProLife gezeigt, was sie von den sexistischen und frauenverachtenden Positionen halten. Laut und wütend haben wir unserem Frust darüber Luft gemacht, dass immer wieder Menschen versuchen über unsere Körper zu verfügen und zu entscheiden.
Mehrfach wurde an diesem Tag versucht den Marsch konkret zu behindern: Medien berichten, dass mehrere Kreuze mit einer roten Flüssigkeit eingefärbt wurden, dass Menschen sich unter den Gebetszug gemischt hatten und alternative Parolen riefen oder diverse Kreuze zweckentfremdeten. Wolfgang Hering, dem Vorsitzenden von “EuroProLife”, kam offenbar das Mikrofon abhanden, sodass er seinen Vorbeter-Job nicht mehr durchführen konnte. Selbst die Schweigeminute am Ende wurde durch Laute Zwischenrufe gestört. Dazu natürlich die vielen Menschen, die trotz großem Aufgebot und teils absolut unverhältnismäßiger Gewalt seitens der Polizei versuchten an den Marsch heranzukommen und die ihn lautstark und mit viel Konfetti von außen begleiteten. Unter dem Motto „Europe Pro Life – 25.000 Kreuze im Gedenken an die Mittelmeertoten“, kopierte außerdem eine Gruppe Protestierender das Logo und die Plakate der selbsternannten “Lebensschützer” und verteilte rund um den Gebetszug Flyer, in denen auf die zehntausenden Toten in Folge der europäischen Abschottungspolitik aufmerksam gemacht wurde. Außerdem wurden, laut der “Münsterschen Zeitung”, am Domplatz elektronische Sirenen in Nistkästen an Bäume angebracht, die während der Abschlusskundgebung der Fundis aktiviert wurden und den ganzen Platz mit einem lauten Tröten beschallten.

Vereinzelt gab es am Samstag leider auch Personalienfestellungen und Festnahmen. Falls ihr selbst von Repression betroffen sein solltet, könnt ihr euch an die Schwarz-Rote-Hilfe in Münster wenden.

Falls ihr euch solidarisch zeigen wollt und den Betroffenen finanziell zur Seite steht, dann könnt ihr ebenfalls über die Schwarz-Rote Hilfe spenden:
Schwarz-Rote-Hilfe Münster
Kto. 282052468
BLZ 440 100 46
Postbank Dortmund