Archiv der Kategorie 'Sonstige münsterspezifische Beiträge'

Aftershowparty mit „Kunterbunt Soundsystem“(reggea/dub) und Freunden

20:00 Uhr Einlass – musikalische Einführung mit Singer/Songwritern

ab 22:00 Uhr – Kunterbunt Soundsystem

Eintritt frei, veganes Essen

früh da sein – nur begrenzt platz

Adresse: Selbstverwaltetes Zentrum / Nieberdingstraße 8 / 48155 Münster

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Kunterbunt Soundsystem

Redebeitrag: Rebellion statt Religion

Rebellion statt Religion!
Von der Emanzipatorischen Antifa Münster

Kaum ein Thema hat über Jahrtausende so konstant Hass und Gewalt hervorgebracht wie Religionen. Menschen führen Kriege und ermorden sich im Namen von Religionen und behaupten gleichzeitig, dass es ohne diese keine Moral in der Gesellschaft gäbe.
Wir fragen uns: Was ist die Struktur von Religionen und welche Bedeutung haben sie? Wir werden den Einfluss des Christentums beleuchten und Thesen aufstellen, warum so viele Menschen – auch in der radikalen Linken – nicht radikal mit Kirche und Religion brechen.
Demo 09. März 2013

Religionen als Ordnungsstrukturen

Religion ist Privatsache – heißt es. Niemanden geht es etwas an ob irgendwer an Götter glaubt, betet oder sonst irgendwelchen okkulten Ritualen nachgeht. Doch so einfach ist das nicht. (mehr…)

Pressemitteilung zur feministischen Demonstration am 09. März 2013 in Münster

Am Samstag, den 09.03.2013 demonstrierten ca. 500 Teilnehmer*innen für ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in einer herrschaftsfreien und solidarischen Gesellschaft.
Demo 09. März 2013

Dieses Jahr wurde durch ein Bündnis von verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen aus Münster und Umgebung zum ersten Mal seit langem in NRW zu einer linksradikalen feministischen Demonstration aufgerufen.
Die Demonstration startete laut und entschlossen um 11:30 Uhr auf dem Bremer Platz und bewegte sich dann über die Windhorststr. in Richtung Innenstadt.
Der erste Block, ein geschlossener FrauenLesbenInterTrans*-Block, sorgte von Beginn an entschlossen für Stimmung. Parolen wie „I raise my voice, my body, my choice“ oder „Freie Entscheidung, Beratungsschein ins Klo – Selbstbestimmung sowieso“ wurden kraftvoll in die Innenstadt getragen.
Selbstverständlich wurden auch Passant*innen und Anwohner*innen über das Anliegen der Demonstration informiert und eingeladen sich der Demonstration anzuschließen.

Demo 09. März 2013

Insgesamt wurden während Kundgebungen vier Redebeiträge gehalten.
In dem ersten wurde sich für einen Feminismus ausgesprochen, welcher gegen jegliche Diskriminierungsverhältnisse eintritt.
Ein weiterer kritisierte den Paragraphen §218, durch welchen Schwangerschaftsabbrüche illegalisiert werden und welcher endlich abgeschafft gehört! Dieser Beitrag wurde in unmittelbarer Nähe zu der katholischen Raphaelsklinik gehalten.
In dem dritten Redebeitrag, welcher während der Zwischenkundgebung auf dem Prinzipalmarkt gehalten wurde, wurde grundsätzliche Kritik an Religionen formuliert. Eine zentrale Forderung: Ein gutes Leben jetzt und hier und nicht erst nach dem Tod.
Der letzte Redebeitrag an der Aegidiikirche analysierte die Organisationen von selbsternannten Lebensschützer*innen. Hierbei handelt es sich um eben jene reaktionär-fundamentalistischen Christ*innen, welche am gleichen Nachmittag ihren 1000 Kreuze Marsch durch Münster abhielten.
Auch wurden solidarische Grußworte von Genoss*innen aus Berlin und Salzburg verlesen, für welche wir uns hier nochmal ausdrücklich bedanken wollem.
Der Schlossplatz, das ursprüngliche Ziel der Demonstrant*innen, wurde dann doch nicht erreicht. In unmittelbarer Nähe zu dem Startpunkt des 1000 Kreuze-Gebetszuges am Aegidiimarkt wurde die Demonstration von den Veranstalter*innen aufgelöst. Denn: „Man soll immer aufhören, wenn es am Schönsten ist.“

Demo 09. März 2013

„Insgesamt sind wir sehr zufrieden. Vor allem die Teilnehmer*innenzahlen angesichts der Aufmärsche von Nazis und Rechtspopulist*innen im Ruhrgebiet und der Anti-Atomdemo in Gronau am selben Tag haben uns sehr gefreut“, so Rita Tramm, die Pressesprecherin des Bündnisses. „Wir hoffen, dass dieses Event nicht das einzige zu den Themen war, sondern weitere Aktionen stattfinden und sich Menschen mit unseren Inhalten auseinandersetzen.“

Demo 09. März 2013

Mehr Fotos findet ihr, wenn ihr auf „mehr“ klickt. (mehr…)

Info- und Vorbereitungsabend in Münster

Wir laden euch ein zu einem gemeinsamen Info- und Vorbereitungsabend über die feministische Demonstration und den 1000 Kreuze Marsch am 09.03.2013.

Wir wollen an dem Abend einen kurzen Überblick darüber geben, was unsere Motivation ist, dieses Jahr eine eigene feministische Demonstration auf die Beine zu stellen. Dabei wollen wir auch nochmal besprechen, was wir uns in Münster für ein Bild von dieser Demo wünschen.

Zudem wollen wir gemeinsam besprechen, wie wir auf den im Anschluss stattfindenden 1000 Kreuze Marsch reagieren wollen. Gerade in diesem Teil des Treffens ist genügend Platz für eigene Ideen und Diskussion, da unser Vorbereitungsschwerpunkt bisher bei der Demo lag.

Wir würden uns freuen euch als Einzelpersonen oder Gruppen(delis) zu sehen und mit euch gemeinsam zu planen.
Beste Grüße
der Vorbereitungskreis

PM #1: Keine staatlichen Gelder für christliche Krankenhäuser

Letzte Woche ging die schockierende Nachricht durch die Medien, dass zwei Kölner Krankenhäuser die Behandlung einer Betroffenen von Vergewaltigung verweigerten, weil sie in die Verlegenheit hätten kommen können, ihr die Pille danach verschreiben zu müssen. Mit menschenverachtender Brutalität wurde somit das reaktionäre Weltbild dieser katholischen Krankenhäuser deutlich.

Die Münstersche Zeitung berichtete danach darüber, dass auch drei Münsteraner Krankenhäuser Vergewaltigten keine ausreichende Behandlung sicher können oder wollen.

Die Perfidität, dass diese frauenfeindliche Praxis dabei von der Allgemeinheit bezahlt wird, bleibt dennoch meist unthematisiert. Denn wie der Spiegel berichtete, steuern die Kirchen meist nicht mehr als 5% der Kosten zu ihren Einrichtungen hinzu. Somit bezahlen Frauen durch ihre Steuergelder auch noch dafür, dass ihnen im Zweifel eine respektvolle Behandlung und notwendige Medikamente, wie die Pille danach verwehrt werden.

“Krankenhäuser, die eine angemessene Behandlung – samt Pille danach – nach Vergewaltigungen nicht gewährleisten können, sollten vom Staat keine Gelder mehr bekommen,” so Rita Tramm, Sprecherin des Bündnisses “Raise your voice – your body your choice”. Tramm weiter: “Es kann nicht sein, dass der Staat finanziell weiterhin eine antifeministische Politik unterstützt.”

Das Bündnis wird dieses Jahr im März eine Feministische Demonstration in Münster durchführen. Anlass wird der möglicherweise auch dieses Jahr stattfindende, sogenannte 1000 Kreuze Marsch sein.

Feministische Demonstration im März 2013

Raise your voice – your body your choice!

Wie bereits in den vergangenen Jahren, soll vermutlich auch in diesem Jahr im März der von „EuroProLife“ organisierte Gebetszug „1000 Kreuze für das Leben“ in Münster stattfinden. Dabei versammeln sich Abtreibungsgegner*innen1 unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Ausrichtung, um mitsamt ihren Kreuzen ein sexistisches, homophobes und frauen*feindliches Weltbild auf die Straße zu tragen und Frauen ihr Recht auf Selbststimmung abzusprechen.

Plakat

Auf den ersten Blick mag der Gebetszug den Eindruck einer skurrilen und nicht ernstzunehmenden Veranstaltung erwecken. Die Kreuzträger*innen erscheinen manchen als verwirrte Fundamentalist*innen. Tatsächlich ist die Bewegung, die hinter Veranstaltungen wie „1000 Kreuze für das Leben“ steht, keine extreme und isolierte Randerscheinung, sondern Teil einer rückschrittlichen gesellschaftlichen Entwicklung. Diese findet sich in allen Lebensbereichen wieder und ist schon längst in breiten Kreisen der Gesellschaft verankert. Laufen in Münster nur knapp über Hundert Kreuzträger*innen durch die Stadt, so treffen sich in Berlin zu demselben Anlass mittlerweile jährlich weit über Tausend.

Nur die Spitze des Eisberges! (mehr…)

1000 Kreuze Marsch erfolgreich gestört

Zum wiederholten Mal zogen am 10. März 2012 christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ durch Münsters Innenstadt.

Das Bündnis „gegen 1000 Kreuze“, hat auch in diesem Jahr zu kreativen Protesten mobilisiert und demonstrierte für das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht der Frau.

Schon vor Beginn der Veranstaltungen wurde die Innenstadt von einem Großaufgebot der Polizei abgeriegelt. Diese ging, ähnlich wie bei den Protesten gegen den Naziaufmarsch am 3.3. in Münster, unnötig aggressiv und ruppig gegen die Gegendemonstrant_innen vor. Erneut wurden 3 Genoss*innen festgenommen und dabei geschlagen und getreten.

Die etwas über 100 Anhänger_innen der christlich-fundamentalistischen Organisation „EuroProLife“, die größtenteils von außerhalb Münsters anreisten, sammelten sich um 14:30 Uhr an der Aegidikirche und wurden von den ca. 150-200 Gegendemonstrant_innen empfangen, die ihren Unmut über den mittelalterlichen Kreuzzug lautstark und kreativ zum Ausdruck brachten.

Transparente und Schilder mit Aufschriften wie „mein Körper gehört mir“ oder „Don’t pray, go gay!“ wurden gezeigt, zahlreiche Trillerpfeifen und Parolen wie „Kein Gott- Kein Staat- Kein Vaterland- Abtreibung in Frauenhand“ waren zu hören, ein Chor stimmte das satirische Lied „every sperm is sacred“ aus dem Film „Der Sinn des Lebens“ von Monthy Python an und performte abgewandelt den „Jesustanz“ von Bibel.tv.

Die Abtreibungsgegner_innen setzten sich gegen 15 Uhr in Bewegung, und wurden die gesamte restliche Strecke durch vielfältige, kritische und kreative Aktionen der Gegendemonstrant_innen begleitet. Erstaunlich agressiv reagierten dieses Jahr Teile der Münsteraner Bevölkerung an der Wegstrecke, vor allem in den Einkaufspassagen auf die Proteste.

Beteiligung von Rechtsaußen
Während schon in den letzten Jahren einzelne Neonazis der Gruppe „Nationale Sozialisten Münster“ sowie der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ bei den christlichen Fundamentalist_innen mitliefen, rief dieses Jahr die extrem rechte Organisation „pro NRW“ zum 1000-Kreuze-Marsch mit auf und beteiligte sich an dem Aufmarsch.
Dies überrascht kaum, da die christlich-fundamentalistische Szene frauenfeindlich, homophob und völkisch argumentiert und mit Aussagen wie „ein Volk stirbt im Mutterleib“ ultrakonservative Anschauungen verbreitet und sich den Erhalt der „eigenen Rasse“ zur Aufgabe macht.

Auch ein stadtbekannter Vertreter der rechten Plattform PI-News war wieder einmal unter den Kreuzträger*innen zu finden.

Insgesamt ein gelungener Tag, der abends in der Baracke mit einem Konzert seinen Ausklang fand. Damit ist der aktionsreiche März in Münster auch vorerst beendet.

Pro NRW und PI-News mobilisieren nach Münster zum 1000 Kreuze Marsch

Bei dem diesjährigen 1000 Kreuze Marsch wird wieder einmal Beteiligung aus dem rechten Spektrum erwartet. Sowohl Pro NRW mobilisiert mittlerweile dazu und will auch selbst anwesend sein, als auch PI News, von denen mindestens ein Teilnehmer regelmäßig an den Aufmärschen teilnimmt.

Verwunderlich ist die Beteiligung (extrem) Rechter keineswegs, einige Jahre lief sogar die örtliche JN mit. Ideologisch gibt es kaum Trennlinien, geht es doch allen darum ein deutsches Volk vorm Aussterben bedroht zu sehen und zu retten und Frauen in ihrem Selbstbestimmungsrecht einzuschränken.

Ob mit Nazis oder ohne: Für eine emanzipatorische Linke ist es notwendig gegen diese reaktionären Positionen zu demonstrieren, ihnen den Tag möglichst zu vermiesenund dabei am besten auch noch Spaß zu haben. Also seid kreativ und mischt euch ein!

Vorraussichtlich wird es als Anlaufpunkt ab 13:30h eine Kundgebung auf dem Prinzipalmarkt geben. Offizielle Kreuzausgabe ist ab 14:30h an der Aegidiikirche.

Abends gibt noch noch lecker Essen und Konzert mit Godmother und ScreamClub in der Baracke (Scharnhorststr. 100).

Sagt es weiter und kommt vorbei!

Gegen 1000 Kreuze 2012!

Zum wiederholten Mal wollen am 10. März 2012 christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ durch Münsters Innenstadt ziehen. Sie selbst geben als ihr Hauptanliegen an, mit ihrem Gebetszug ein „Zeichen zum Gedenken der 1000 Kinder [Embryonen], die an einem gewöhnlichen Werktag in Deutschland getötet werden,“ setzen zu wollen. Als weiße Holzkreuze tragende Prozession geben diese Christ_innen nicht nur ein groteskes Bild ab, mit ihren reaktionären Positionen propagieren sie ein, frauenfeindliches, sexistisches und homophobes Weltbild. Bereits in den letzten Jahren organisierte sich dagegen vielfältiger Protest und auch in diesem Jahr sollen die reaktionären Positionen nicht unwidersprochen bleiben.

Plakat

Schwangerschaftsabbruch ist Frauenrecht – § 218 abschaffen!
An der Entscheidungsfreiheit eines Menschen darüber, welche Eingriffe an dem eigenen Körper vorzunehmen sind, spiegelt sich individuelle Freiheit, Menschenwürde und Selbstbestimmung. Unter dem Deckmantel des „Schutzes ungeborenen Lebens“ fordern die selbsternannten „Lebensschützer“ nichts anderes, als die Bestimmung über den Körper von Schwangeren. Der Versuch Frauen zu zwingen, sich und ihren Körper in den Dienst der „Lebensrettung“ eines Embryos und der Reproduktion der Gemeinschaft zu stellen, ist Ausdruck einer gewaltvollen Zuschreibung, die Frauen zu Gebärmaschinen degradiert und ihnen das Recht auf eigene Bedürfnisse, Überzeugungen und ein selbstbestimmtes Leben abspricht. Mit der Behauptung Schwangerschaftsabbruch sei Mord und die abgetriebenen Embryos bereits Kinder wird versucht, manipulativ moralischen Druck auf schwangere Frauen auszuüben und gesellschaftliche Empörung zu schüren. Die angebliche Zahl von 1000 ‚ermordeten‘ Embryonen entbehrt jeder statistischen Grundlage und ist frei erfunden.
Jeder Mensch muss das Recht auf einen selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper haben! Trotzdem sind Schwangerschaftsabbrüche in der BRD nach wie vor nicht legal, sondern werden nur unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Zwangsberatung, medizinische Indikation) nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Deshalb bleibt die Forderung nach einem uneingeschränkten Recht auf Abtreibung, ohne Zwangsberatung und ohne Bevormundung bestehen!

Homophobie, Sexismus und ein reaktionäres Frauenbild
Neben dem Recht auf Schwangerschaftsabbruch bekämpfen fundamentalistische Christ_innen aller Konfessionen Homosexualität und jede andere Formen sexueller Selbstbestimmung. Homosexualität wird als Krankheit, Sünde oder Perversion bezeichnet und gilt größtenteils als ‚heilbar‘. Dazu gesellt sich ein ‚von Gott gegebenes‘ Geschlechterrollenbild, welches eine Veränderung der traditionellen Rollenverteilung oder den Gedanken an die soziale Konstruktion von Geschlecht überhaupt nicht zulässt.
Auf ihrer Homepage schreibt Euro pro Life, eine der Organisationen, die zum 1000 Kreuze Marsch aufrufen: „Kinder sterben, die geliebt werden möchten, die leben wollen, die einen Platz in unserer Gesellschaft brauchen, die dem Leben ihrer Eltern Sinn geben würden.“ Die Vorstellung von Ehe und Familie als Zentrum christlicher Werte und der ‚göttliche Auftrag der Vermehrung‘ entstammen ihrer Bibelauslegung und dem Absolutheitsanspruch des eigenen Glaubens. In dem daraus resultierendem Weltbild wird jede Abweichung von der christlichen Norm als Sünde begriffen und ‚Sündern‘ die Existenzberechtigung abgesprochen. So sagte beispielsweise der Erzbischof von Granada, Javier Martinez, in seiner Weihnachtspredigt 2011, dass eine Frau die abtreibt „einem Mann ohne Einschränkungen die absolute Lizenz zum Missbrauch ihres Körpers gibt, denn sie hat Schuld auf sich geladen“.
Diese patriarchale, sexistische und autoritäre Vorstellung von Familie, Sexualität oder dem Sinn des Lebens widerspricht einer eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Lebensweise, die die sexuelle Selbstbestimmung ebenso beinhaltet, wie eine bedürfnis- und lebenssituationsorientierte Antwort auf die Frage nach Schwangerschaft oder Elternschaft.

Rassismus und Relativierung des Holocaust
Homosexualität und Schwangerschaftsabbruch, so die Abtreibungsgegner_innen, würden zudem zum Aussterben des „europäischen Volkes“ führen. Diese ultrakonservative Anschauung, die sich die Reproduktion der eigenen „Rasse“ zur Aufgabe macht, offenbart rassistische Denkmuster und erklärt, warum sich auch in Münster jedes Jahr Neonazis dem Aufzug dieser Christ_innen anschließen. Da überrascht es kaum noch, dass die „Lebensschützer“ in Anlehnung an den Begriff Holocaust vom „‚Babycaust“‘ sprechen und damit den Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus relativieren. Der Erfinder des Begriffes „Babycaust“, Klaus-Günther Annen, – der auch für die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit schreibt – war beim 1000Kreuze Marsch 2009 anwesend. Die Übergänge zwischen Abtreibungsgegner_innen und Neonazis sind inhaltlich und personell fließend.

…aus der Mitte der Gesellschaft
An vielen Punkten, an denen die fundamentalistischen Christ_innen anderen Menschen die Selbstbestimmung und sogar die Existenzberechtigung absprechen, treffen sich diese inhaltlich mit dem rechts-konservativen Mainstream der sogenannten Mitte der Gesellschaft. So kann mittlerweile ein Bundespräsident ohne Probleme auf Tagungen evangelikaler Fundamentalist_innen auftreten und auf großen Jugendevents werden Workshops zur Heilung von Homosexualität angeboten. Das Problem ist nicht eine kleine Splittergruppe, die Holzkreuzetragend durch Münster oder andere Städte zieht. Das Problem ist, dass diese Gruppen missionarisch ihre Inhalte verbreiten und gezielt versuchen, z.B. über Veranstaltungen und Medienpräsenz wichtige gesellschaftlicher Positionen zu besetzen und Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu nehmen.

Widerstand lässt sich nicht verbieten
Die Polizeistrategie der letzten Jahre bestand darin, die Gegenaktivist_innen einzukesseln und den Kreuzemarsch anschließend durchzusetzen. Auch deswegen ist es wichtig, den Protest gegen diese christlichen Fundamentalist_innen an viele Orte der Stadt zu tragen und auf ganzer Strecke zu verhindern, dass sie ihre reaktionären und menschenverachtenden Inhalte ungestört verbreiten können. Auch wenn die Staatsanwaltschaft Münster mit ihrer Konstruktion der Versammlungssprengung versucht jeglichen Protest zu verhindern: Widerstand ist notwendig und legitim! Der Kampf um das Recht auf Abtreibung ist international, er wird in Deutschland bereits seit über 100 Jahren geführt und ist auch weiterhin unverzichtbar.

Für die Abschaffung des §218 und die vollständige Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen! My body, my choice – für ein herrschaftsfreies und selbstbestimmtes Leben!
Am 10.März in Münster fundamentalistische Christ_innen abschirmen!

Fundamentalistische Christ_innen abschirmen!

Für den selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper – Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch!

Zum wiederholten Mal wollen am 12. März 2011 christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen ab 14.30 Uhr unter dem Motto „1000Kreuze für das Leben“ durch Münsters Innenstadt ziehen. Sie selbst geben als ihr Hauptanliegen an, ein „Zeichen zum Gedenken der 1000 Kinder, die an einem gewöhnlichen Werktag in Deutschland getötet werden,“ setzen zu wollen (übrigens eine Zahl, die laut des statistischen Bundesamtes weit übertrieben ist). Bereits in den letzten 2 Jahren organisierte sich vielfältiger Protest gegen diese Prozession und auch in diesem Jahr soll jene aus den folgenden Gründen reaktionäre Position nicht unwidersprochen bleiben.

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PM: Alle Jahre wieder…


*1000Kreuze Marsch wird auch dieses Jahr nicht unbehelligt durch die Stadt ziehen können*

Am Montag veröffentlichte EuroProLife den 12.03.2011 als Termin für den diesjährigen 1000 Kreuze Marsch in Münster.
Das Bündnis „Gegen 1000 Kreuze“ reagierte sofort und kündigte unter dem Motto „Fundamentalistische Christ_innen ‚abschirmen‘ – Kreative Störaktionen gegen den 1000Kreuze Marsch“ Proteste an.

Seit 2006 findet der Marsch  von EuroProLife neben München und Fulda u.a. auch in Münster statt.
Bereits 2009 und 2010 trafen die Kreuzträger_innen auf Protestierende die laut ihren Unmut gegen das von ihnen geforderte komplette Verbot von Schwangerschatsabbrüchen deutlich machten. „EuroProLife geht es nicht nur um Schwangerschaftsabbrüche, sie sehen auch Verhütung und Homosexualität und jedes andere von ihrer Norm abweichende Verhalten als nicht mit der Bibel vereinbar und daher bekämpfenswert an. Diese mittelalterlichen Positionen gehören in den Geschichtsunterricht, aber nicht auf die Straße,“ so Rita Tramm, Sprecherin des Bündnisses.
Immer wieder lockt die als Prozession (Gebetszug) getarnte Demonstration auch Neonazis an. 2010 nahm beispielsweise der damalige Bezirksbeauftragte der JN (Jungen Nationaldemokraten) des Münsterlandes Marcel Huesmann mit seinen Kameraden teil. Tramm: „Verwunderlich ist die Beteiligung von Neonazis nur auf den ersten Blick, sind doch die Avancen nach rechts außen seitens der selbsternannten ‚Lebensschützer‘ ziemlich deutlich. Sowohl in ihrer sehr rigiden Sexualmoral, als auch in ihrem sehr konservativen Rollenverständnis.“ Auch personell gibt es durchaus Anknüpfungspunkte. 2009 war Klaus Günter Annen ein willkommener Gast von Anmelder Wolfgang Hering und Co. Annen ist seit Jahren bekannt für seine Anti-Abtreibungs-Proteste vor Kliniken. Er erhielt mehrere Anzeigen wegen Beleidigung, weil er Ärzten und Frauen vorwirft sich am „Babycaust“ zu beteiligen. Auf der gleichnamigen Homepage (Babycaust.de) stellt er heraus, dass er Abtreibungen für die „Steigerungsform der grausamen Verbrechen“ des Holocausts hält. Er schreibt unter anderem für kreuz.net – ein Opus Dei nahestehendes Onlineportal – und die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit. Auch Felizitas Küble, Leiterin des Christopheruswerkes Münster und ehemalige Betreiberin des fundamentalistischen, ebenfalls in Münster ansässigen „Komm-Mit Verlages“, jährliche Teilnehmerin des 1000Kreuze Marsches, ist Autorin der JF.
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Offener Brief an die Staatsanwaltschaft Münster veröffentlicht

Heute wurde ein Offener Brief an die Staatsanwaltschaft Münster veröffentlicht. Denn Brief selbst, findet ihr hier: Offener Brief – 08/2010 (evtl. Rechtsklick, Ziel speichern unter…). Die Erstunterzeichner_innen stehen weiter unten. Wenn ihr den Offenen Brief auch gut und unterstützenswert findet, dann meldet euch unter repression-14-maerz@gmx.de.

Wir veröffentlichen an dieser Stelle ebenfalls die dazugehörige Pressemitteilung:

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Bundesweite Pressemitteilung vom 24.08.2010

Spontane Proteste kriminalisiert

Der spontane Protest gegen christliche Fundamentalist_innen vom letzten Jahr verstößt gegen das Versammlungsgesetz und ist damit strafbar. Dies meinen zumindest Staatsanwaltschaft und Gericht in Münster. Erster Landgerichtstermin am 22.09.

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Veranstaltung: Was haben „1000Kreuze für das Leben“-Märsche in Münster mit dem Versammlungsrecht in eurer Stadt zu tun?

Es ist endlich soweit: Es gibt eine Veranstaltung zu den ganzen juristischen Tiefschlägen in Münster um den 1000 Kreuze Marsch 2009 und zu der Entwicklung des Versammlungsrechts bundesweit gesehen, die auf Tour gehen will. Falls ihr die Veranstaltung gerne auch bei euch in der Stadt haben möchtet, so schreibt uns eine Mail, wir finden sicher einen Termin. In Berlin, Bielefeld, Bremen und Münster wir die Veranstaltung in jedem Fall in der nächsten Zeit zu sehen sein. Weitere Städte sind geplant.

Hier der vorläufige Ankündigungstext: … (mehr…)

Flop für „1000 Kreuze“ – Erfolgreiche Gegendemonstration für das Selbstbestimmungsrecht der Frau

Am Samstag, den 13. März versammelten sich rund 200 Demonstrant_innen für das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht der Frau am Rathaus und auf dem Domplatz. Anlass war ein angekündigter „1000 Kreuze Marsch“ der evangelikalen Organisation „EuroProLife“, die mehrmals im Jahr derartige Märsche „gegen Abtreibung“ in verschiedenen Städten Deutschlands durchführt. Den Gegendemonstrant_innen gelang es, den christlich-fundamentalistischen Marsch über die gesamte Strecke kritisch und vielfältig kreativ in einem Ausmaß zu begleiten, dass von den selbst ernannnten nur knapp 100 „Lebensschützer_innen“ stellenweise kaum noch etwas zu sehen und zu hören war. Mit ausschlaggebend hierfür war auch, dass sich die Anzahl der marschierenden „Lebensschützer_innen“ im Vergleich zum letzten Jahr halbiert hatte.

Vielfältiger Protest
am Roggenmarkt
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13.03.10: nächster 1000 Kreuze Marsch

Für den selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper – Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch!

Zum wiederholten Mal wollen am 13. März 2010 christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen ab 15:30Uhr unter dem Motto „1000Kreuze für das Leben“ vom Domplatz aus durch Münsters Innenstadt ziehen. Sie selbst geben als ihr Hauptanliegen an, ein „Zeichen zum Gedenken der 1000 Kinder, die an einem gewöhnlichen Werktag in Deutschland getötet werden,“ setzen zu wollen (übrigens eine Zahl, die laut des statistischen Bundesamtes weit übertrieben ist). Bereits im letzten Jahr organisierte sich vielfältiger Protest gegen diese Prozession und auch in diesem Jahr soll jene aus den folgenden Gründen reaktionäre Position nicht unwidersprochen bleiben.
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Vorbereitungstreffen gegen erneuten 1000 Kreuze Marsch

Erneut wollen fundamentalistische Christ_innen mit weißen Holzkreuzen am 13. März durch Münster marschieren um ihrem reaktionären Menschen- und besonders Frauenbild Ausdruck zu verleihen (http://europrolife.com/147-0-News.html). Immer wieder versuchen evangelikale Gruppen (nicht nur) in Deutschland rechtlich gegen Abtreibungen, Homoehe und andere in ihren Augen unchristliche Machenschaften vorzugehen. Leider gewinnen sie immer mehr an Einfluss.
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Veranstaltung: abortion democracy (Film + Diskussion)

Dienstag 12.01.2010, 19:00 Uhr, cinema münster, warendorfer straße 45-47

Sarah Diehls Dokumentarfilm vergleicht die politischen, legislativen und gesellschaftlichen Entwicklungen bzgl. des Schwangerschaftsabbruchs in Polen und Südafrika.
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18.12., 19 Uhr, Baracke: Soliversteigerung

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Offener Brief ans Bistum Münster

Warum gestattet das Bistum Münster einer Organisation mit rechtsextremen Tönen die Nutzung der Aegidiikirche? – Offener Brief an Herrn Dr. Genn, Bischof von Münster, mit einer Kopie des Briefes an die regionale und überregionale Presse und an kirchliche und soziale Einrichtungen
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Flyer veröffentlicht

Wir haben einen Flyer zu unserer Kritik an Euro-Pro-Life und dem 1000-Kreuze-Marsch veröffentlicht. Er kann unter dem Reiter „Materialien“ in zwei PDF-Dateien heruntergeladen und vervielfältigt werden.

Fundamentalistischer Aufmarsch blockiert

Ein erster Bericht des heutigen Tages

Der für heute, 14. März, in Münster (Westf.) geplante Kreuzzug christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner_innen konnte für 2 Stunden blockiert werden. Ein antisexistisches Bündnis hatte zu kreativen Gegenprotesten geladen.

Es lief von Anfang an nicht segensreich für die selbsternannten “Lebensschützer” aus Münster und anderen Teilen der Republik, mobilisiert durch die christlich-fundamentalistische Organisation “Euro Pro Life”. Hatte die lokale Presse beim letztjährigen Kreuzzug noch 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt, waren es in diesem Jahr vielleicht 200.
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