Westfälische Nachrichten am 14.03.2010

1000 Kreuze für das Leben: Empfang mit lauten Pfiffen

Jennifer von Glahn

Münster – Die Fetzen flogen dennoch, wenn auch nur in Form von Papierstreifen und Konfetti. Beinahe unbemerkt hatten sich geschätzte 120 Teilnehmer der Gegendemonstration zum „Gebetszug – 1000 Kreuze für das Leben“ unter die Abtreibungsgegner gemischt und machten ihre Meinung deutlich: mit buntem Wurfmaterial und Pfiffen. Erst am Startpunkt des Gebetszuges, am Aegidiikirchplatz, gelang es der Polizei, die beiden Gruppen wieder voneinander zu trennen. In Ruhe konnte Wolfgang Hering, Organisator der Aktion „1000 Kreuze für das Leben“ und Präsident von „EuroProLife“, seine Kundgebung durchführen. „Wir wollen das ungeborene Leben schützen“, so Hering. Man dürfe das hunderttausendfache Töten von ungeborenem Leben in unserer Gesellschaft nicht akzeptieren.

Diese Meinung stößt nicht überall auf Zustimmung. „Das fundamentale Gedankengut finden wir gefährlich. Wir wollen mit unserer Demonstration ein deutliches Gegengewicht setzen“, berichtete Florian Kirschbaum. Der Student war einer von rund 250 Teilnehmern, die sich bereits mittags auf dem Prinzipalmarkt mit Plakaten, Rasseln und Tröten eingefunden hatten.

Die etwa 100 Teilnehmer des Gebetszuges versammelten sich am Nachmittag auf dem Aegidiikirchplatz, um von dort aus mit weißen Kreuzen ausgestattet quer durch die Stadt zu ziehen. „1000 Ungeborene jeden Tag“, so die Aufschrift des übergroßen Banners, das die Teilnehmer der Gebetsprozession mit sich führten. Dreimal im Jahr ruft die Organisation EuroProLife, die sich als Europäische Stimme der ungeborenen Kinder deklariert, in verschiedenen Städten zu dem Gebetszug auf. „Abtreibung ist Mord. Ich bete täglich für die ungeborenen Kinder“, bekannte sich Albine Spiekermann deutlich zu den Aussagen der Gruppierung.

Für das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper plädierten die Teilnehmer der Gegendemo, die immer wieder ins Laufen verfielen, um den Gebetszug zu überholen und mit Lautstärke zu empfangen. Beide Demos verliefen friedlich.

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Münsterische Zeitung am 14.03.2010

Demonstranten treffen friedlich aufeinander

Volker Petersen

MÜNSTER Er war mit Spannung erwartet worden: der „Marsch der 1000 Kreuze“, der am Samstag durch die Inennstadt zog. Etwa 100 Abtreibungsgegner trugen weiße Holzkreuze durch die Straßen, um gegen Abtreibung in jeglicher Form zu demonstrieren.

Eine Gegendemonstration brachte etwa 250 Menschen auf die Straße. Sie versuchten die Demonstration der erzkonservativen Christen zu behindern und mit Sprechchören und Trillerpfeifen zu stören.

Den Anti-Abtreibungsmarsch organisiert hatte die Organisation „EuroProLife“. Deren Präsident verglich in einer Ansprache vor der Aegidiikirche die heutige Abtreibungspraxis mit dem Euthanasieprogramm der Nazis im Dritten Reich.

Bunt gemischte Demonstration

Die Gegendemonstration geht auf das „Bündnis gegen 1000 Kreuze Münster“ zurück. Daran beteiligten sich verschiedene, teils sehr unterschiedliche linke Gruppen. So nahmen Parteimitglieder der Grünen teil, ebenso wie die „Anarcho-syndikalistische Jungend“.

Ein erstes Fazit: Die Demonstration lief friedlich ab. Im Gegensatz zum Vorjahr haben dieses Mal die Demonstrationsgegner auch nicht versucht, den „Marsch der 1000 Kreuze“ zu stören oder zu behindern.

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Echo Münster am 13.03.2010

Abtreibungsgegner und Gegendemonstranten gehen gewaltfrei durch die City

Lutz Hackmann

Ohne besondere Vorkommnisse, so könnte man sagen, ist am Samstagnachmittag der Gebetszug von knapp 100 Abtreibungsgegnern durch die münsterische Innenstadt über die Bühne gegangen. Zwischen den Teilnehmern des von der Organisation EuroProLife unter dem Titel „1000 Kreuze für das Leben“ initiierten Marsches und mehr als doppelt sovielen Gegendemonstranten – zumeist aus dem Lager des „Bündnis gegen 1000 Kreuze“ – kam es lediglich zu verbalen Rempeleien. Vor genau einem Jahr hatten die Selbstbestimmungs-Befürworter mit Blockaden für eine erhebliche Behinderung des Marsches der erzkonservativen Bewegung gesorgt.

Keine Blockaden

Von Blockaden war diesmal nicht viel zu sehen. Die Abtreibungsgegner, die sich auch gegen Homosexualität und Verhütung aussprechen, marschierten fast einträchtig mit ihren Gesinnungsgegnern vom Sammelplatz Domplatz zum Ägidii-Kirchplatz. In diesem Flaschenhals machten die Einsatzkräfte der Polizei, die auf offene Präsenz setzte, dann dicht, separierten Anti-Kreuzler und Kreuzler. Letztere konnten so ihre Kundgebung ungestört abhalten, bevor sie sich – erneut begleitet von der deutlich größeren Gruppe der Gegendemonstranten – zu ihrem geplanten Marsch durch die Innenstadt aufmachten.

Unmutsbekundungen

Während des Zugs durch die City gab es immer wieder lautstarke Unmutsbekundungen aus den Reihen der Gegendemonstranten. Diese operierten in Gruppen und stellten sich so wiederholt den christlichen Fundamentalisten entgegen.

Bei der vierten Auflage des Marsches „1000 Kreuze für das Leben“, der gegen 18.30 Uhr nach insgesamt unauffälligem Verlauf endete, kam es nach Aussage von Polizeisprecher Klaus Laackman zu keinen Übergriffen oder Handgreiflichkeiten auf beiden Seiten.

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Polizei Münster am 13.03.2010

POL-MS: Friedlicher und rennender Ablauf von zwei Demonstrationen

Münster (ots) – Eine Demonstration von etwa 100 Teilnehmern unter dem Motto „Gebetszug – 1000 Kreuze für das Leben“ mit Begleitung von etwa 250 Teilnehmern einer Gegendemonstration fand heute (13. März) ab etwa 15:30 Uhr in Münster statt. Die ersten Teilnehmer des Gebetszuges hatten sich auf dem Domplatz versammelt, während etliche kleinere Gruppen von Gegendemonstranten sich über das Stadtgebiet zunächst verteilten. Als der Gebetszug zu dem eigentlichen Start an der Aegidiikirche zog, mischten sich etwa 120 Gegendemonstranten unter diese Gruppe und äußerten lauthals ihren Unmut. Auf dem Aegidiikirchplatz konnte dann ungestört die Auftaktkundgebung der „1000 Kreuze für das Leben“ stattfinden, da die Polizei die Gegendemonstranten auf Abstand hielt. Anschließend begann der Demonstrationszug durch die Innenstadt. „Unser Konzept war offene Präsenz. Unser Ziel war, einerseits dem Gebetszug den Gang durch die Stadt zu ermöglichen aber andererseits auch der anderen Seite ihre Meinung äußern lassen zu können,“ so Arnt Wenger, der Gesamteinsatzleiter. Durch häufige Laufaktionen versuchten die Gegendemonstranten immer wieder den Gebetszug von vorne oder von der Seite lauthals zu empfangen. So gingen die Teilnehmer des Gebetszuges friedlich ihren Weg und die Gegendemonstranten gingen und rannten friedlich immer wieder zu neuen Plätzen. „Insgesamt ist der gesamte Ablauf als friedlich zu bezeichnen, was sicherlich auch dem besonnenen Einsatz unserer Polizeikräfte zu verdanken ist,“ so Erster Polizeihauptkommissar Arnt Wenger resümierend. Es waren keine besonderen Vorkommnisse aus polizeilicher Sicht zu verzeichnen.

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Münsterische Zeitung am 12.03.2010

Lamberti und Bistum stellen Abtreibungsgegnern keine Kirche zur Verfügung

Jörg Gierse

MÜNSTER Beim fünften 1000-Kreuze-Marsch am Samstag in Münster können die Teilnehmer erstmals zum Auftakt keinen Gottesdienst feiern. Grund: Die christlich-fundamentalistische Organisation „Euro Pro Life“, die die Demonstration gegen Abtreibung veranstaltet, bekommt dafür keine Kirche zur Verfügung gestellt.

Das bestätigte der Pressesprecher des Bistums Münster, Karl Hagemann, auf Anfrage unserer Redaktion. In den vergangenen zwei Jahren hatten die Teilnehmer des so genannten „Gebetszugs für das Leben“ vorab eine Messe in der St.-Aegidii-Kirche gefeiert. Diesmal, sagte Hagemann, habe der Pfarrer von St. Lamberti, Dr. Ludger Winner, der das Hausrecht für die Filialkirche St. Aegidii ausübe, die Anfrage abgelehnt – in Absprache mit der Bistumsleitung.

Grund dafür seien auch die „unschönen Szenen“ im vergangenen März, als die Polizei Abtreibungsgegner und linke Gegendemonstranten trennen musste. Hagemann: „Wir glauben, dass es bessere und zielführendere Möglichkeiten gibt, ungeborenes Leben zu schützen.“ Die katholische Amtskirche steht der Vereinigung „Euro Pro Life“ skeptisch gegenüber. Inoffiziell spricht man dort von einer „Kampftruppe“ am äußersten Rand der Kirche.

Bei den ersten Demos war die Messe noch im Dom

Der „Euro Pro Life“-Vorsitzende Wolfgang Hering erklärte, die Absage erfülle ihn „mit Trauer und Schmerz“. An das Bistum richtete er die Frage, ob Kardinal von Galen ihm wohl eine ähnliche Absage erteilt hätte. Bei den ersten Demos in Münster 2006 und 2007 hatte Herings Gruppe ihre Auftaktmessen sogar im Dom feiern dürfen.

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Münsterische Zeitung am 12.03.2010

Treffen wieder Abtreibungsgegner auf Autonome?

Jörg Gierse

MÜNSTER 250 fundamentalistische Christen auf der einen, 50 linksautonome Gegendemonstranten auf der anderen Seite: Das sind die Zahlen, auf die sich die Polizei einstellt, wenn am Samstag der so genannte 1000-Kreuze-Marsch durch die Innenstadt zieht. Ob es mehr oder weniger Teilnehmer werden, ob die beiden Gruppen aufeinandertreffen, und ob diese Begegnung friedlich verläuft – das ist unsicher.

Als der „Gebetszug für das Leben“, veranstaltet von christlichen Abtreibungsgegnern, im vergangenen März durch Münster zog, hatte die Polizei alle Hände voll zu tun. 120 Protestler, meist aus der linken Szene, stellten sich den 150 Teilnehmern in den Weg, versperrten für anderthalb Stunden die Aegidiistraße. Schließlich lösten mehrere Hundertschaften die Blockade auf, gegen einige der Beteiligten laufen derzeit die Gerichtsverfahren.

Diesmal sind die Abtreibungsbefürworter, deren Aktionen damals nicht genehmigt waren, besser vorbereitet. Die grüne Jugendorganisation Kaktus hat die Gegendemo angemeldet, ihr Sprecher Philipp Matern sagt, man habe sich mit anderen „engagierten Bürgern“ zu einem „Bündnis gegen christlichen Fundamentalismus“ zusammengetan. „Wir planen keinerlei illegale Aktionen“, versichert er. Um 14 Uhr beginne eine Kundgebung auf dem Prinzipalmarkt, ansonsten habe man sich „viel kreativen Protest“ einfallen lassen: „Alles andere wird sich ergeben“, so Matern.

Kreuze sollen an 1000 abgetriebene Kinder täglich erinnern

„Diese jungen Menschen tun mir aufrichtig Leid“, sagt Wolfgang Hering, Präsident der Vereinigung „Euro Pro Life“, die hinter dem 1000-Kreuze-Marsch steht. Der heißt so, weil die Teilnehmer weiße Holzkreuze mit sich tragen – sie sollen an die angeblich 1000 ungeborenen Kinder erinnern, die jeden Tag abgetrieben werden. Der Zug startet um 15.30 Uhr am Aegidiikirchplatz und zieht über Königs- und Ludgeristraße, Servatiiplatz, Salzstraße, Roggenmarkt und Spiekerhof zum Dom.

Die Polizei gibt sich betont unaufgeregt. Man führe Gespräche mit beiden Seiten, „um mögliche Konfrontationen im Vorhinein auszuschließen“, so Sprecher Klaus Laackman. Erster Erfolg: Die Strecke des „Kreuzzugs“, die zuerst ebenfalls über den Prinzipalmarkt führte, wurde geändert. „Gewisse Störungen“ seien zwar weiter nicht auszuschließen, sagt Laackman, „nach jetzigem Stand erwarten wir aber keine Probleme, die wir nicht bewältigen könnten.

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2009

Münsterische Zeitung am 14.03.2009

Abtreibungsprotest: Demonstrationen prallen aufeinander – Polizei greift ein

Tobias Großekemper

MÜNSTER In Münster standen sich am Samstagnachmittag Abtreibungsgegner und Gegendemonstranten gegenüber und blockierten so die Aegidiistraße in Höhe des Landesmuseums.

Die Polizei griff schließlich ein und räumte einen Teil der Straße, um der angemeldeten Demonstration der Abtreibungsgegner den Durchmarsch zu ermöglichen. Dabei kam es zu kleineren Rangeleien.

Blockade auf der Aegidiistraße

Über eine Stunde ging auf der Aegidiistraße nichts mehr, rund 150 Abtreibungsgegner standen ungefähr 120 Gegendemonstranten gegenüber. Die Abtreibungsgegner, die ihre Demonstration angemeldet hatten, waren einem Aufruf der Organisation „Euro pro Life“ gefolgt. Mit stilisierten 1000 weißen Kreuzen wollten sie einen „Gebetszug für das ungeborene Leben“ veranstalten.
Ihnen gegenüber stand laut Polizei ein Bündniss verschiedener Gruppierungen, die ihre Gegendemonstration nicht angemeldet hatte. Nach etwas über einer Stunde räumte die Polizei einen Teil der Blockade, um so den Abtreibungsgegnern Platz zu verschaffen. Zuvor waren die Gegendemonstranten drei Mal per Lautsprecher aufgefordert worden, die Straße zu räumen.

120 Demonstranten festgehalten

Die Abtreibungsgegner setzen ihren Weg in Richtung Landesmuseum fort,  gingen am Domplatz vorbei in Richtung Lambertikirche, um von dort zur Überwasserkirche zu kommen. Dort warfen sie einhundert Rosen in die Aa. Am Denkmal von Kardinal Galen veranstalteten sie ein Abschlussgebet. Die 120 Gegendemonstranten wurden an der Aegidiistarße festgehalten, ihre Personalien wurden aufgenommen und sie erwartet ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.  

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Echo Münster am 14.03.2009

Unter Polizeischutz: Kreuzzug gegen Abtreibung – Gegendemo

Zwei Welten prallten heute Nachmittag (Samstag) in der Stadt aufeinander. Um 15.30 Uhr wollte sich an der Überwasser-Kirche die angemeldete Gebetsprozession „1000 Kreuze für das Leben“ mit 150 durchaus umstrittenen, erzkonservativen Abtreibungsgegnern mit ihren schneeweißen Kreuzen und dem Mutter-Gottes-Bild in Bewegung setzen.
Das gelang ihr nur mit erheblicher Verzögerung und unter dem Schutz der Polizei. Der Kreuzzug für das ungeborene Leben, angemeldet von der Organisation Euro-Pro-Life, nämlich wurde durch mehr als 100 Gegendemonstranten erheblich gestört. Zur nicht angemeldeten Gegendemo hatte das Antisexistische Bündnis München aufgerufen, das in Münster vom Frauenreferat des Asta unterstützt wurde.

Dreifache Blockade

Trotz mehrmaliger Megaphon-Aufforderung der Polizei, den Weg frei zu machen, stellten sich die zumeist jungen Leute der „Emanzipatorischen Aktion Münster“ ihnen hartnäckig in den Weg. Als dann der Anführer des Trauermarsches gegen Abtreibung umzingelt wurde, griffen die Uniformierten durch. Erst nach Androhung von Zwangsmaßnahmen ließen die Anti-Demonstranten ihn ziehen. Noch zwei Mal wurde der Zug auf seinem Weg quer durch die Stadt zur Abschlusskundgebung auf dem Horsteberg gestört. Das Aegidii-Parkhaus konnte für längere Zeit nicht genutzt werden.

„Eure Kinder werden so wie wir“

Gebete und fromme Gesänge auf der einen Seite – Pfeifkonzerte und skandierende  Forderungen nach dem Recht der Frau auf  eine selbstbestimmte Entscheidung  auf der anderen. Und die ultimative Drohung der jungen Protestierer: „Eure Kinder werden so wie wir.“ Die Situation drohte zwischenzeitlich zu eskalieren.

129 Personalien notiert

Die Polizei griff durch, hatte einen wachsamen Blick auf die Blockierer und separierte etwa 129 Demonstranten solange, bis sich der Kreuzzug am Horsteberg mit zweistündiger Verspätung gegen 19 Uhr aufgelöst hatte. Ihre Personalien wurden notiert, da sie zum Teil Ordnungswidrigkeiten und Straftaten nach dem Versammlungsgesetz begangen hatten. Will sagen: Einige hatten ihre Gesichter verhüllt und so gegen das Vermummungsverbot verstoßen.

Lage drohte zu kippen

„Unsere Aufgabe ist es, das Recht auf Demonstration durchzusetzen“, sagte Münsters Polizeisprecher Klaus Laackman zum massiven Einsatz der Ordnungsmacht. Nein, er habe keine Information, dass sich Protestierer aus dem rechten Spektrum an der Prozession beteiligt haben.
Die Einsatzkräfte, sie kamen nicht nur aus Münster. Weil die Situation zu kippen drohte, rückten Kollegen aus Düsseldorf und Bochum nach.  „Wir haben die Gegner drei Mal aufgefordert, ihre Blockade aufzugeben“, sagte Laackman, dann war Schluss und die Polizei begann, die Störer abzudrängen.  
Auf dem Horsteberg dann wurden noch einmal  26 Gegendemonstranten zur Seite geschoben und von der Polizei in Schach gehalten, derweil die Abtreibungsgegner an ihnen vorbei zogen.

Weihbischof Overbeck:  „Das geht gar nicht“

Just in dem Moment kam Weihbischof  Franz-Josef Overbeck des Wegs.  „Nein, nein. Das ist keine Veranstaltung des Bistums Münster“, distanzierte er sich spontan von der Prozession, „die kennen wir schon lange. Gewiss, wir unterstützen alles, was dem Leben dient, wenn Menschen für das Leben beten. Aber alles, was extrem ist, ist nicht gut“, gab er sich diplomatisch. Eindeutig dagegen seine Position zu den Abtreibungsbefürwortern. „Das geht gar nicht“, zeigte er auf die Schilder in der Gruppe, die von der Polizei abgeschirmt wurde.  „Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland  – Abtreibung in Frauenhand“ stand da geschrieben. Oder Anti-Papst-Parolen. Diese Form, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, kann der Geistliche nicht gutheißen.

„Die Jungs haben genug getan“

Am Ende können die „Lebensschützer“, die zum Teil aus Holland und England nach Münster gekommen waren, erst nach zwei Stunden ihre Bekenntnisse bei der Schluss-Kundgebung am Kardinal-von-Galen-Denkmal ablegen. Als dann ein Teilnehmer mit der Sammelbüchse herum ging und auf die Polizisten zusteuert, hielt ihn ein Gleichgesinnter zurück. „Nein, die nicht. Die Jungs haben heute schon genug getan.“ 

Bruni Frobusch

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Polizei Münster am 14.03.2009 | 20:06 Uhr

POL-MS: Polizei setzt 129 Demonstranten fest

Münster (ots) – Die Polizei Münster musste heute (14. März) ab etwa 16:00 Uhr insgesamt 129 Demonstranten festsetzen, um das Demonstrationsrecht einer anderer Gruppe durchzusetzen. Eine Gruppe von etwa 150 Abtreibungsgegnern hatte sich in Höhe des Aegidiikirchplatzes versammelt und wollte mit ihrem bei der Polizei ordnungsgemäß angemeldeten Demonstrationszug durch Münster ziehen. Direkt als sie die Aegidiistraße erreicht hatten, blockierten über 100 ´Gegendemonstranten die Straße. Trotz mehrmaliger Aufforderung den Weg frei zu machen, blieben sie stehen und hinderten die Abtreibungsgegner, weiter zu gehen. Der Versammlungsleiter der Abtreibungsgegner wurde eingezingelt und erst nach Androhung von Zwangsmassnahmen wieder frei gelassen. Nach Alarmierung von Unterstützungskräften wurden die dann dort stehenden 103 Gegendemonstranten zur Seite gedrängt und solange festgesetzt, wie die angemeldete Demonstration dauerte. Darüber hinaus wurden auch von ihnen die Personalien festgestellt, da sie zum Teil Ordnungswidrigkeiten und Straftaten nach dem Versammlungsgesetz begangen hatten- Im weiteren Verlauf der Demonstration der Abtreibungsgegner wurde der Zug noch zwei Mal kurz blockiert. Am Horsteberg mussten noch einmal 26 Personen zur Seite gedrängt und festgesetzt werden. Personen wurden nach jetzigen Erkenntnissen nicht verletzt.

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Evangelikaler Kreuzzug gegen die Pressefreiheit

von Christoph Lammers

in: MIZ – Materialien und Informationen zur Zeit, Heft 01/2009

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Zurück ins Mittelalter

In den USA drehen Evangelikale die Uhr zurück – das deutsche Pendant ist konservativ und überkonfessionell
von Petra Daheim

in: MIZ – Materialien und Informationen zur Zeit, Heft 02/2008